Finanzzusage für die „Landshut“ im Koalitionsvertrag

Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD bekennen sich die großen Parteien explizit zur Finanzierung des Terror-Mahnmals „Landshut“ in Friedrichshafen.

Finanzzusage für die „Landshut“- Ausstellung steht im Koalitionsvertrag

Friedrichshafen, 06. März 2018 – Auch die neue Bundesregierung wird das Projekt „Landshut“ des Dornier Museums finanziell unterstützen. Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD bekennen sich die großen Parteien explizit zur Finanzierung des Terror-Mahnmals „Landshut“ in Friedrichshafen.

Im entsprechenden Abschnitt des Vertrages heißt es in Zeile 7350: „Wir wollen Mittel bereitstellen unter anderem für die Ausstellung des Flugzeugs Landshut im Gedenken an die Entführung im Jahr 1977“.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Gerster begrüßt dieses Bekenntnis der künftigen Regierung: „Die Ausstellung der Landshut als Symbol und Zeitzeugnis unserer wehrhaften Demokratie, die sich von Terror nicht unterkriegen lässt, ist mir ein Herzensanliegen. Ich freue mich, dass der Bund seinen Teil zu einer erfolgreichen Präsentation am Standort Friedrichshafen beitragen wird. Der Einsatz hat sich gelohnt“, so der Abgeordnete aus Biberach.

Auch David Dornier, Direktor des Dornier Museums in Friedrichshafen, ist sehr zufrieden, dass nun auch die Öffentlichkeit die Finanzierungszusage des Bundes schriftlich hat: „Ich habe nie einen Zweifel daran gehabt, dass auch eine neue Bundesregierung zu den Zusagen der Vorgänger steht. Dass wir es sogar in den Koalitionsvertrag geschafft haben, freut mich schon.“

Innerhalb der Bundesregierung ist mittlerweile die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, für das Projekt „Landshut“ zuständig. Das Außenministerium unter Führung von Sigmar Gabriel hatte sich zuvor sehr engagiert und den Kauf und die Rückführung der ehemaligen Lufthansa-Maschine organisiert und bezahlt.

Staatsministerin Grütters (CDU) jedoch war in das Projekt Landshut von Anfang an mit eingebunden und hat es immer aktiv unterstützt. Erst vor wenigen Tagen bei der Bekanntgabe des Zusammensetzung des Wissenschaftlichen Beirates der Ausstellung erklärte sie: „Als authentisches Zeugnis der Geschichte erinnert uns die Landshut eindringlich an die Unmenschlichkeit des RAF-Terrorismus, der die Bundesrepublik wiederholt vor die bittere Entscheidung zwischen staatlicher Handlungsfähigkeit und dem Leben der Entführten gestellt hat. Im Gedenken an die Opfer dieses brutalen Deutschen Herbstes 1977 unterstützt der Bund die Rekonstruktion und Ausstellung der Landshut in ihrem zeitgeschichtlichen Kontext, um gerade auch jungen Menschen eine Auseinandersetzung mit dem RAF-Terrorismus zu ermöglichen.“

Nächster Schritt für das Landshut-Projekt ist die konstituierende Sitzung des vom Kultur-Staatsministerium bestimmten Wissenschaftlichen Beirates. Der Termin soll noch in diesem Monat stattfinden.

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Am 13. Oktober 1977 wurde die Lufthansa Boeing 737-200 „Landshut“ durch vier palästinensische Terroristen entführt und 91 Passagiere und Besatzungsmitglieder als Geiseln genommen. Nach der Ermordung des Flugkapitäns und mehreren Zwischenstopps landete die Maschine in Mogadischu in Somalia, wo sie am 18. Oktober 1977 von der GSG 9, einer Eliteeinheit des Bundesgrenzschutzes, erstürmt und alle Geiseln befreit wurden.

Das Ereignis war Teil des „Deutschen Herbstes“ und stand in engem Zusammenhang mit der Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer in der Bundesrepublik Deutschland durch die Rote Armee Fraktion (RAF). Mit beiden Terrorakten sollte die Freilassung von Mitgliedern der RAF aus deutschen Gefängnissen erpresst werden. Die Bundesregierung unter Helmut Schmidt (SPD) erfüllte die Forderungen nicht. Die Geiselbefreiung in Mogadischu gilt als das auslösende Moment für den kollektiven Selbstmord der inhaftierten RAF-Spitze, die wiederum die Ermordung Schleyers zur Folge hatte.