Erste Exponate aus der „Landshut“ im Dornier Museum zu sehen

Die beiden Leiter des Ausstellungsprojekts, Jannik Pfister und Dr. Barbara Wagner sowie Jürgen Vietor und Museumsdirektor David Dornier (v.l.n.r.), eröffneten die neue Vitrine anlässlich des Jubiläums der Befreiung.

Friedrichshafen, 17. Oktober 2018– Am 18. Oktober jährt sich die Befreiung des 1977 von palästinensischen Terroristen entführten Flugzeugs „Landshut“ zum 41. Mal. Aus diesem Anlass hat der damalige Co-Pilot, Jürgen Vietor, den Machern der geplanten Ausstellung rund um die „Landshut“ zwei Zeitzeugnisse von großem historischem Wert überlassen: den künstlichen Horizont und ein Trimmrad aus dem Cockpit des Flugzeugs. Beide Instrumente wurden bei der Geiselbefreiung am Flughafen Mogadischu in der Nacht vom 17. auf den 18. Oktober 1977 durch Kugeln der GSG9 beschädigt und sind nun in einer ersten Vorausstellung zum geplanten „Landshut“-Museum in einer Vitrine im Foyer des Dornier Museums zu sehen. Sie sollen später Teil der Dauerausstellung werden.

Jürgen Vietor, Museumsdirektor David Dornier, sowie die beiden Leiter des Ausstellungsprojekts, Jannik Pfister und Dr. Barbara Wagner, eröffneten die neue Vitrine anlässlich des Jubiläums der Befreiung. Sie soll es der interessierten Öffentlichkeit ermöglichen, sich über die geplante „Landshut“-Ausstellung zu informieren. Die kuratorische Projektleiterin Dr. Barbara Wagner freut sich: „Die Leihgaben von Jürgen Vietor erlauben es uns, Besuchern jetzt schon einen ersten plastischen Eindruck von den dramatischen Ereignissen an Bord der ‚Lufthansa‘ zu vermitteln. Zusammen mit weiteren, von Zeit zu Zeit wechselnden Exponaten können wir so immer wieder Einblicke in unsere Arbeit geben.“ Co-Pilot Vietor ergänzt: „Ich freue mich sehr, dass meine alten Instrumente hier nun dauerhaft öffentlich zu sehen sind und so zu diesem wichtigen Ausstellungsprojekt beitragen, dass auch jüngeren Menschen die Geschichte von damals näherbringt.“

Pfister und Wagner konzipieren derzeit die geplante Dauerausstellung in einem neu zu errichtenden Museumsbau. Im Zentrum wird die Geschichte der Entführung stehen, wie auch die Auseinandersetzung mit dem Terror der Roten Armee Fraktion (RAF). Dazu wird das Flugzeug in ein Ausstellungskonzept eingebettet, das sich zum Ziel setzt, das Geschehen des Jahres 1977 im zeitgeschichtlichen Kontext anschaulich zu vermitteln. „Die Ereignisse um die ‚Landshut‘ sind Teil der jüngeren Zeitgeschichte. Daher stehen zunächst einmal intensive Recherchen in den Archiven, zu Exponaten und dem aktuellen Forschungsstand an. Neben dem Flugzeug als Zentrum der Ausstellung brauchen wir natürlich noch weitere Exponate, um die Geschichte lebendig werden zu lassen“, erklärt der wissenschaftliche Projektleiter Jannik Pfister die Herausforderungen des Ausstellungsprojekts. Wer noch interessante Dokumente oder Exponate zur „Landshut“ oder der Geschichte der RAF besitze, solle sich gerne melden.